Weihnächtliches mit «Agnus Dei» und «Halleluja»

Die «Sinfonia Pastorale» von Gaetano Maria Schiassi, Wolf­gang Amadeus Mozarts «Agnus Dei» oder Georg Friedrich Händels «Halleluja»: Mit diesen und weiteren Werken stimmte der Chor Cantemus Wolhusen die Besucher des Advents­konzertes am Sonntag in der Wolhuser Pfarrkirche weih­nächtlich ein. Ein begeisterndes Konzert, das mit seiner Ein­tracht von Chor, Orchester und zwei Solisten unter der Leitung von René Limacher überzeugte.

Text und Bild Hannes Bucher

Die Bänke der Wolhuser Pfarrkirche waren am Sonntagabend voll besetzt; der warme Begrüssungsapplaus zeigte es schon: Die Konzertbesucher waren sich bewusst, dass die Sängerinnen und Sänger, das Ad-hoc-Orchester und die beiden angesagten Solisten ihnen einen musikalisch hochstehenden Abend garantieren würden. Unter der Leitung des Dirigenten René Limacher war ein verheissungsvolles Programm erarbeitet worden. Allesamt waren es bekannte, beliebte und eingängige Werke aus der Klassik, die bestens geeignet waren, die Besucher weihnächtlich einzustimmen.

Solistin Verena Krause und Dirigent René Limacher mit dem Ad-hoc-Orchester

Prächtiger musikalischer Teppich
Sanft, weich, harmonisch begann der Konzertabend mit dem ersten und zweiten Satz der «Sinfonia Pastorale» von Gaetano Maria Schiassi. Das Ad-hoc-Orchester legte einen prächtigen Tonteppich aus, auf dem in der folgenden Stunde weiter Grossartiges zum Tragen kam. Unter anderem setzten die beiden Solisten da ihre tollen Akzente. Seinen ersten Auftritt hatte der bulgarische Bass-Solist Rossen Krastev in Georg Friedrich Händels «Dank sei dir Herr». Überzeugend, wie er seinen Part bewältigte; Chor und Orchester standen nicht nach. In «Laudate Dominum» hatte Verena Krause ihren ersten Auftritt: Einnehmend, gefühlsvoll die Stimme der deutschstämmigen Sopranistin – prächtig ergänzten sie und ihr männliches Pendant einander. Eindrücklich war auch, wie dieses Mozart-Werk in der Akustik der Wolhuser Kirche zum Tragen kam. Später dann, in Wolfgang Amadeus Mozarts «Agnus Dei», konnte nochmals das stimmige Miteinander von Sopranistin, Chor und Orchester genossen werden, bis dann schliesslich Georg Friedrich Händels «Halleluja» (aus dem Messias) einen krönenden Abschluss hinter einen grossartigen Konzertabend setzte. Verständlich, wünschte das Publikum noch eine Zugabe. Nochmals gab der Chor das «Halleluja». – Man hätte es sich gar ein weiteres Mal gewünscht. Besonders hervorzuheben sind auch die 15 jungen Sängerinnen und Sänger des Gymnasiums Burgdorf, welche den Chor verstärkten. Ihr Schwung und ihre jugendliche Begeisterung strahlten auf die Gesamtdarbietung zusätzlich beflügelnd aus.

Sängerinnen und Sänger des Gymnasiums Burgdorf verstärken den Chor Cantemus

Grosse Genugtuung allenthalben
Berechtigte Freude war bei allen Beteiligten nach Verebben des langen Schlussapplauses auszumachen. Auch Solistin Verena Krause zeigte sich glücklich: «Für mich ist es immer fast wie ein kleines Heimkommen nach Wolhusen.» Sie sei inzwischen das dritte oder vierte Mal mit dabei. «Das Zusammenwirken mit dem Chor, dem Orchester und vor allem auch mit dem Dirigenten René Limacher – das ist für mich pure Harmonie. Ich fühle mich sehr wohl.»
Nur Positives gab es auch vom Dirigenten selber zu hören: «Ja, es sind anspruchsvolle Werke. Das Konzert ist wirklich gut gelungen.» Vereinspräsidentin Rosmarie Bucher fand viele Lobesworte für alle – im Speziellen auch für den musikalischen Leiter: «Er kann uns so gut abholen, entkrampfen. Das ermöglicht, unser Bestes zu geben.» Was sie ebenso berührte: «Der warme Applaus ist mir so nahe gegangen. Es zeigte, dass dieser echt von Herzen kam.»

Melodien von erlesenem Geschmack dargeboten

Konzert zu Allerheiligen in der Pfarrkirche

Sinnliche Klänge hallten durch die Kirche in Wolhusen. René Limacher dirigierte den Chor cantemus Wolhusen sowie Sängerinnen und Sänger des Gymnasiums Burgdorf und das über zehnköpfige, hochstehende Orchester. Die besinnlichen Melodien trafen mitten ins Herz.

René Limacher dirigiert das Orchester und den Chor gekonnt.
René Limacher dirigiert das Orchester und den Chor gekonnt.

Text und Bild Christa Husmann

Gespannt richteten sich viele Augenpaare auf die Musikerinnen und Musiker, die am Sonntag pünktlich um 17 Uhr ihre Plätze im Orchester einnahmen. Danach liefen die knapp 50 Sängerinnen und Sänger des Chores ein. Der Chor setzte sich zusammen aus dem Chor cantemus Wolhusen und der Musikklasse des Gymnasiums Burgdorf.

Lateinische Gesänge mit Musik!

Der Chor sang als Erstes das Lied «Ave verum corpus». Die Musik zu diesem lateinischen Reimgebet komponierte Camille Saint-Säens. Das Lied begann leicht und melodiös und wurde später kräftiger und höher. Im zweiten Lied «O salutaris hostia» von Théodore Dubois sang Bettina Bucher das tragende Sopransolo. Die Altstimme sang die Solistin Nina Ammann, Raphaël Bortolotti (Tenor) und Pascal Limacher (Bass) vervollständigten das Solistenquartett. Begleitet wurden sie vom Organisten Christoph Roos und vom Chor. Die hellen und klaren Stimmen füllten die Kirche aus. So auch im nächsten Lied «Pie Jesu» aus dem Requiem von Gabriel Fauvré. Dieses sang Bettina Bucher begleitet von der Orgel. Ebenfalls aus der Feder von Gabriel Fauvré entstammte das folgende Stück: In «Cantique de Jean Racine» spielte das Or! chester die ausdrucksstarke Melodie. Dazu kamen die kräftigen Männerstimmen des Chores. Die Frauen stimmten später mit ein.

Leichtes Harfenspiel

Für «Danse sacrée et profane» von Claude Debussy wurde die Harfe ins Zentrum gerückt. Das grosse Instrument spielte Joanna Thalmann mit schnellen und leichten Fingern. Die Melodie war harmonisch und zauberte die Zuhörerinnen und Zuhörer musikalisch an einen verwunschenen Ort. Das Orchester, bestehend aus Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass, harmonierte fantastisch mit dem leichten Harfenspiel.

Requiem als Abschluss

Ein Requiem ist eine liturgische und vertonte Totenmesse. Es hat immer denselben Aufbau. Das vorgetragene «Requiem in C» schaffte es trotz der vermittelten Beklommenheit, eine hoffnungsvolle Stimmung zu ver! breiten. Das Requiem gliederte sich in acht unterschiedliche Teile. Mal hörte man die feinen Violinenmelodien oder Bläser, in einem anderen Teil trugen die Solisten und der Chor die Melodien in den Kirchenraum.

Wie alle vorgetragenen Musikstücke entstammt auch dieses der Epoche der französischen Romantik. Die Stücke sind bekannt für ihre Fähigkeit, Emotionen bei den Besucherinnen und Besuchern hervorzurufen. Der langanhaltende und kräftige Applaus bestätigte, dass die Musik zu Herzen ging.

Jauchzet dem Herrn alle Welt

Am letzten Sonntag fand in der voll besetzten Kirche St. Martin in Buochs ein Gemeinschaftskonzert des dortigen Kirchenchors und des cantemus wolhusen unter der Leitung von Joseph Bachmann und René Limacher statt. Junge Sängerinnen und Sänger aus dem Raum Zentralschweiz brillierten als Solisten, begleitet wurden sie von einem Ad-Hoc-Orchester. Die musikalischen Leiter hatten ein abwechslungsreiches, festliches und ansprechendes Programm zusammengestellt.

Rene Limacher f[hrt die Musizierenden kompetent
Rene Limacher führt die Musizierenden kompetent
Werner Küttel, Präsident des Kirchenchors Sankt Martin, begrüsste die Konzertbesucher, das Ad-Hoc-Orchester mit Alexander Brincken an der Orgel, die vier SolistInnen Rita Barmetter, Sopran, Nina Ammann, Alt, Raphaël Bortolotti, Tenor und Pascal Limacher, Bass. Er verdankte das grosszügige Hauptsponsoring durch die katholische Kirchgemeinde Buochs und die Luzerner Kantonalbank Wolhusen, aber auch alle übrigen Sponsorenbeiträge, ohne die die Aufführung solcher Werke unmöglich wäre.

Von Bach bis Manfredini

Die Königin der Instrumente, die Orgel, meisterhaft gespielt von Alexander Brincken, eröffnete das festliche Konzert mit dem Präludium in C-Dur, BWV 545, von Johann Sebastian Bach. Die beiden Chöre stellten sich vor mit dem Jubelgesang „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn, dirigiert von Joseph Bachmann. Der Funke sprang sofort auf die Zuhörer über. Es folgte das Instrumentalstück „Kanon für drei Violinen und Bass“ von Johann Pachelbel, in dem speziell Christian Albrecht brillierte. Pachelbels Werke waren längere Zeit in Vergessenheit geraten und werden seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei festlichen Anlässen aufgeführt. Der Chor intonierte unter der Leitung von René Limacher die schlichte und innige Motette „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ und steigerte den Wunsch nach Vertrauen mit der Komposition „Herr, wir trau‘n auf deine Güte“, beide von Felix Mendelssohn. Die Altistin Nina Ammann begeisterte hier mit ihrer warmen Alt-Stimme. Ein weiterer Höhepunkt war das „Concerto für zwei Trompeten und Streich-Orchester in D-Dur“ von Francesco Manfredini, meisterhaft gespielt von Joseph Bachmann und Marcel Krummenacher.

Über Mozart zu Händel

Ein weiterer Hörgenuss war Wolfgang Amadeus Mozarts „Missa Solemnis in C-Dur, KV 337“. Die sorgfältige Probenarbeit der beiden Dirigenten machte sich bezahlt, die Begeisterung, aber auch die Ergriffenheit der Zuhörer war spürbar, die Solisten Rita Barmettler, Nina Ammann, Raphaël Bortolotti und Pascal Limacher sangen sich in die Herzen der Anwesenden. Im „Agnus Dei“ berührte der innige Klang der Oboe, gespielt von Edwin Küttel im Wechsel mit der Sopranistin. Der Chor, dirigiert von René Limacher, zeigte sein beachtliches Können. „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel führte die Zuhörer definitiv in den Advent. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und einer Standing Ovation. Chor, Orchester und Solistinnen gaben den Dank mit einer Zugabe zurück.

Stimmen von Zuhörern

„Der imposante Chor verfügt über eine schöne Klangfülle“, „das Konzert wies eine vernünftige Länge auf“, „das Programm war sehr abwechslungsreich“, „die jugendliche Frische der SolistInnen imponierte mir“, so der Tenor einiger Befragten.

Das Konzert wird am kommenden Sonntag, 6. Dezember, um 17 Uhr in der katholischen Pfarrkirche wiederholt. Den Orgelpart übernimmt Risa Mori. Die Musizierenden freuen sich auf viele Zuhörer.

Leiter René Limacher (li) und Joseph Bachmann
Leiter René Limacher (li) und Joseph Bachmann
Joseph Bachmann (li) und Marcel Krummenacher brillierten
Joseph Bachmann (li) und Marcel Krummenacher brillierten