Mit grossartigem Gesang verabschiedet

Passionskonzert des Chors «cantemus»

Nach 15 Jahren gemeinsamen Singens im Chor «cantemus wolhusen», traten die Chormitglieder und der musikalische Leiter René Limacher, zum letzten Mal gemeinsam vors Publikum. Souverän meisterten sie die zwei anspruchsvollen Werke von Haydn und Mozart.

Text und Bild Heidi Jenni, Entlebucher Anzeiger

Es muss für jede Sängerin und jeden Sänger ein gemischtes Gefühl gewesen sein, am vergangenen Sonntag in der gut gefüllten Pfarrkirche St. Andreas in Wolhusen. Glückerfüllt deshalb, weil das Passionskonzert ein wunderbarer Abschluss einer gemeinsamen musikalischen Reise war. Wehmütig, weil alle wussten, dass dies die letzten Töne als «Cantemus-Chörler» waren. Denn nach 15 Jahren gemeinsamen Singens geht die erfolgreiche Cantemus-Geschichte zu Ende.

Der Chor brillierte

Es waren tiefgründige und aussagekräftige Werke, die René Limacher und die Musikkommission für das Passionskonzert ausgewählt hatten. Die Sängerinnen und Sänger, die Solisten und auch das Ad-hoc-Orchester schafften es, die Zuhörer vom ersten Ton an in eine feierliche Stimmung abtauchen zu lassen, sodass jeder in seiner Art zur Ruhe zu kommen und geniessen konnte.

Mit dem Requiem in c-Moll MH 155 von Michael Haydn und der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart KV17 wurde den Sängerinnen und Sängern sowie dem Orchester viel abverlangt. Limacher kennt seine Schäfchen aber bestens und holte aus jedem Einzelnen das Maximum heraus. Der Chor brillierte. Nicht nur gesanglich, auch die Harmonie, die untereinander herrschen muss, übertrug sich aufs Publikum.

Ausdrucksstarke Solisten

Die Solisten Verena Krause, Sopran; Susanne Puchegger, Alt; Andreas Winkler, Tenor, und Marc Dahinden, Bass, gaben dem Konzert eine ganz besondere Note. Viele Augen waren sicher auf den einheimischen Marc Dahinden gerichtet. Der Wolhuser verzauberte mit seiner kräftigen und
wohlklingenden Bassstimme das Publikum. Das Ad-hoc-Orchester war eine
wunderbare Ergänzung zwischen den Werken und unterstützte die Sängerinnen sowie Sänger mit viel Gefühl und wunderbaren Harmonien.

Standing Ovations war der verdiente Lohn für alle Beteiligten am Ende der Aufführung.

Alles hat seine Zeit

Für eine Überraschung und sympathische Geste sorgten Mitglieder des
Chors Santa Lucia, die ebenfalls unter René Limacher stehen: Sie beschenkten am Schluss alle im Konzert involvierten mit einer roten Rose. Die Präsidentin Rosmarie Bucher zeigte sich gerührt über diese reizende Idee und wählte passende Worte für die Abschlussrede unter dem Motto «Alles hat seine Zeit».

Sie blickte zurück auf die letzten 15 Jahre gemeinsamen musikalischen Wirkens und hob in ihrem Dank an René Limacher hervor, dass er es war, dem es immer wieder gelungen sei, die «Chörler» gesanglich über sich hinaus wachsen zu lassen. «Die Proben, die Auftritte und auch dein bescheidenes Wesen waren Geschenke, die du an uns gemacht hast. Deine klare und gefühlvolle Art, uns zu dirigieren, haben wir immer sehr geschätzt», so Bucher weiter.

All diese lobenden Worte und die spürbare Wertschätzung der Präsidentin und aller Chormitglieder gegenüber René Limacher kamen genau dort an, wo sie hingehörten – nämlich ins emotionale Zentrum. Nicht nur Limacher und Bucher mussten eine Träne verdrücken, auch manch einem Konzertbesucher lief es kalt den Rücken runter. Ein wunderbar stimmiger Abschluss nach 15 Jahren gemeinsamen Musizierens.