Der „cantemus wolhusen“ konzertiert zum letzten Mal

Passion und Osterfreude dominieren die Schlussphase der Probenarbeit

cantemus wolhusen: Die Vorbereitungen für das Passionskonzert des cantemus wolhusen, welches am 31. März um 17.00 Uhr in der katholischen Pfarrkirche Sankt Andreas, Wolhusen stattfindet, laufen auf Hochtouren. So konzertiert der Chor unter der Stabführung des einheimischen musikalischen Leiters René Limacher zum letzten Mal.

René Limacher und die Musikkommission des Chores haben für den letzten Auftritt des weit über die Dorfgrenze hinaus bekannten Chores cantemus wolhusen zwei Werke von grosser Tiefe und Aussagekraft gewählt: das Requiem in c-Moll MH 155 von Michael Haydn und die Missa in C, bekannt unter dem Namen Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart KV 317.

Der Fürsterzbischof Sigismund von Schrattenbach hat Michael Haydn nach Salzburg gerufen. Dort war er Konzertmeister, Organist und Lehrer an der Kapellschule mit einem ausgezeichneten Ruf als Pädagoge. In Salzburg arbeitete er mit dem 19 Jahre jüngeren W. A. Mozart zusammen. Der Tod des Fürsterzbischofs im Dezember 1771 bot Haydn die Möglichkeit seine erste grosse kirchenmusikalische Auftragskomposition für den Salzburger Dom zu verfassen, das Requiem in c-Moll mit dem Beinamen Missa pro defuncto Archiepiscopo Sigismundo. Das Werk ist in nur zwei Wochen geschrieben und aufgeführt worden. Man geht aber davon aus, dass Haydn schon längere Zeit an diesem Werk gearbeitet hat, weil in dieses Jahr auch der Tod seines einzigen Kindes fällt. Die sorgfältig komponierte Totenmesse zeugt von durchdachter schöpferischer Arbeit und die Innigkeit und der ergreifende Ausdruck deuten daraufhin, dass der persönliche Verlust Haydn beim Komponieren sehr beeinflusst hat. Mit diesem Werk hat Haydn auch W. A. Mozart beeindruckt, finden sich doch in Mozarts Requiem, das rund 20 Jahre später komponiert wurde, einige Parallelen zu Haydns Requiem, insbesondere in den Fugen.

Die Wertschätzung, die die beiden Komponisten für einander hegten, verdeutlicht der musikalische Leiter René Limacher unter anderem durch die Wahl der Krönungsmesse als zweites Hauptwerk für den Chor. Der Anlass zur Entstehung dieses feierlichen Werks hängt sicher mit Mozarts neuem Amt als Hoforganist in Salzburg zusammen, zu dem er am 17. Januar 1779 erwählt worden war und das ihn zur Komposition von Kirchenwerken verpflichtete. Aus dem Kompositionsdatum darf man wohl schließen, dass der Zyklus für eine Festaufführung zu einem der beiden Osterfeiertage am 4. oder 5. April 1779 im Salzburger Dom bestimmt war. Den Beinamen Krönungsmesse bekam die Komposition erst viel später, weil sie sich durch ihre fröhliche Festlichkeit für Anlässe dieser Art speziell eignete. Charakteristisch für diese aus sechs Teilen bestehende Messe sind ihre sinfonischen Elemente und die klare Trennung von Solo- und Chorstimmen. Durch ihre musikalische Aussagekraft überragt sie alle anderen Salzburger Messen.

Der Chor cantemus wolhusen feilt nun in den verbleibenden Proben an den musikalischen Feinheiten und freut sich, den Zuhörenden ein spezielles musikalisches Erlebnis zu bieten. Die Soloparts singen Verena Krause, Sopran, Susanne Puchegger, Alt, Andreas Winkler, Tenor und Marc Dahinden, Bass. Begleitet wird er von einem Orchester ad hoc. Geniessen Sie das letzte Konzert des cantemus wolhusen zusammen mit den Ausführenden. Tickets können bereits jetzt per mail bei Antonia Bucher (antonia.bucher@bluewin.ch) oder ab dem 13. März unter der Telefonnummer 079 839 27 26 von Mittwoch bis Freitag von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr bestellt werden.