Der Chor Cantemus Wolhusen auf den Spuren von Jeremias Gotthelf

Am strahlenden Sonntag vom 9. September 2018 unternahmen die Sänger des Cantemus Wolhusen mit Partnern ihren jährlichen Ausflug, diesmal ins Emmental auf den Spuren von Jeremias Gotthelf. Vreny Kopp vom OK durfte 46 reisefreudige Teilnehmende begrüssen.

Nach einem Kaffeehalt im schmucken Dorf Röthenbach galt es, die Wanderschuhe anzuziehen, um den Aufstieg nach Würzbrunnen in Angriff zu nehmen. Das wunderbar gelegene Gotthelf-Kirchlein Würzbrunnen – Jeremias Gotthelf war jedoch nie dort tätig, es diente in den Gotthelf-Verfilmungen von Franz Schnyder als Kulisse – hat uns alle sofort begeistert. Allerdings wurden unsere Pläne etwas gestört, da just als wir die Kirche besichtigen wollten, ein anderer Chor aus dem Aargauischen dort seinen Gottesdienst startete, sodass ein kurzer Blick in den Innenraum genügen musste. Die freundliche Einladung des nigerianischen Priesters, doch gemeinsam die Messe zu feiern, mussten wir aus zeitlichen Gründen ablehnen. Judith Gräni konnte dann vor der Kirche noch Interessantes aus der langen Geschichte des Ortes und des Kirchleins vortragen.

Der weitere Aufstieg ins legendäre Chuderhüsi hat einigen von uns die Schweissperlen auf die Stirn getrieben; aber die Mühe lohnte sich, denn die Gipfel der Berner Alpen kamen immer mehr zum Vorschein, und als wir oben angelangt waren, zeigte sich das Panorama in seiner ganzen Pracht. Nun war es Zeit für ein Pick-Nick im kühlen Wald; einige haben auch noch den nahegelegenen Aussichtsturm bestiegen.

Weiter ging es per Car auf kurvenreichen Strassen talwärts in Richtung Lützelflüh, vorbei an vielen blumengeschmückten Berner Bauernhäusern und -gärten.

In Lützelflüh fanden wir die echte Spur von Albert Bitzius, alias Jeremias Gottfhelf. Hier wirkte er 23 Jahre als Pastor und Schriftsteller.

Durch das Gotthelf- Museum führten Herr Schütz und Frau Hofer. Bei den spannenden und mit Zitaten reich geschmückten Ausführungen zu Gotthelfs Leben und Werk kam insbesondere Frau Hofer dermassen ins Feuer, dass wir den leibhaftigen Albert Bitzius vor uns zu sehen glaubten. Wir haben sehr viel Interessantes erfahren, und das moderne Konzept des Museums hat uns beeindruckt.

Nach einem feinen Apéro im Museumsgarten ging es weiter ins Emmentaler Hoteldorf Appenberg. Mit Erstaunen lauschten wir den Ausführungen der Seniorchefin Frau Mosimann, wie das ursprünglich aus einem einzigen Taglöhner-Heimetli bestehende Appenberg im Lauf der Jahrzehnte durch Zukauf und Wiederaufbau verschiedenster Liegenschaften in ballenbergscher Manier zu einem stattlichen Ensemble mit 40 Hotelzimmern und 14 verschieden grossen Sälen ausgebaut worden war. Unsere Gruppe durfte im Schützenstübli, dem ehemaligen Schützenhaus von Biglen, das Nachtessen einnehmen. Trotz reichlichen Portionen liessen sich einige nicht davon abhalten, eine währschafte Emmentaler Meringue als Dessert zu bestellen!

Auf der letzten Etappe nach Wolhusen benutzte unsere Kassierin Antonia Bucher die Gelegenheit, allen für die gelungene Reise zu danken, vorab dem OK Vreny Kopp und Judith Gräni. Auch die umsichtige Fahrt des Chauffeurs Felix Reist von Imbach Carreisen wurde mit einem herzlichen Applaus verdankt. Nach einem Tag voller schöner Erlebnisse waren wir gegen 21.30 Uhr in Wolhusen zurück. Der Alltag hat uns wieder eingeholt, der Chor Cantemus führt die Proben für sein letztes Konzert unter der Direktion von René Limacher im März 2019 weiter.

Text: Judith Gräni / Photo: Willy Wey