Melodien von erlesenem Geschmack dargeboten

Konzert zu Allerheiligen in der Pfarrkirche

Sinnliche Klänge hallten durch die Kirche in Wolhusen. René Limacher dirigierte den Chor cantemus Wolhusen sowie Sängerinnen und Sänger des Gymnasiums Burgdorf und das über zehnköpfige, hochstehende Orchester. Die besinnlichen Melodien trafen mitten ins Herz.

René Limacher dirigiert das Orchester und den Chor gekonnt.
René Limacher dirigiert das Orchester und den Chor gekonnt.

Text und Bild Christa Husmann

Gespannt richteten sich viele Augenpaare auf die Musikerinnen und Musiker, die am Sonntag pünktlich um 17 Uhr ihre Plätze im Orchester einnahmen. Danach liefen die knapp 50 Sängerinnen und Sänger des Chores ein. Der Chor setzte sich zusammen aus dem Chor cantemus Wolhusen und der Musikklasse des Gymnasiums Burgdorf.

Lateinische Gesänge mit Musik!

Der Chor sang als Erstes das Lied «Ave verum corpus». Die Musik zu diesem lateinischen Reimgebet komponierte Camille Saint-Säens. Das Lied begann leicht und melodiös und wurde später kräftiger und höher. Im zweiten Lied «O salutaris hostia» von Théodore Dubois sang Bettina Bucher das tragende Sopransolo. Die Altstimme sang die Solistin Nina Ammann, Raphaël Bortolotti (Tenor) und Pascal Limacher (Bass) vervollständigten das Solistenquartett. Begleitet wurden sie vom Organisten Christoph Roos und vom Chor. Die hellen und klaren Stimmen füllten die Kirche aus. So auch im nächsten Lied «Pie Jesu» aus dem Requiem von Gabriel Fauvré. Dieses sang Bettina Bucher begleitet von der Orgel. Ebenfalls aus der Feder von Gabriel Fauvré entstammte das folgende Stück: In «Cantique de Jean Racine» spielte das Or! chester die ausdrucksstarke Melodie. Dazu kamen die kräftigen Männerstimmen des Chores. Die Frauen stimmten später mit ein.

Leichtes Harfenspiel

Für «Danse sacrée et profane» von Claude Debussy wurde die Harfe ins Zentrum gerückt. Das grosse Instrument spielte Joanna Thalmann mit schnellen und leichten Fingern. Die Melodie war harmonisch und zauberte die Zuhörerinnen und Zuhörer musikalisch an einen verwunschenen Ort. Das Orchester, bestehend aus Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass, harmonierte fantastisch mit dem leichten Harfenspiel.

Requiem als Abschluss

Ein Requiem ist eine liturgische und vertonte Totenmesse. Es hat immer denselben Aufbau. Das vorgetragene «Requiem in C» schaffte es trotz der vermittelten Beklommenheit, eine hoffnungsvolle Stimmung zu ver! breiten. Das Requiem gliederte sich in acht unterschiedliche Teile. Mal hörte man die feinen Violinenmelodien oder Bläser, in einem anderen Teil trugen die Solisten und der Chor die Melodien in den Kirchenraum.

Wie alle vorgetragenen Musikstücke entstammt auch dieses der Epoche der französischen Romantik. Die Stücke sind bekannt für ihre Fähigkeit, Emotionen bei den Besucherinnen und Besuchern hervorzurufen. Der langanhaltende und kräftige Applaus bestätigte, dass die Musik zu Herzen ging.